Mit 149 Punkten und Platz 4 beendete Phillip Tonn seine Rennsaison im spanischen Hawkers Cup.

Dazu startete er zum letzten Wettkampfwochenende auf dem Circuito di Almeria.

phillip andalucia 04

"Vor einem Jahr hatte ich hier meinen ersten Gaststart absolviert und bin damals zweimal Vierter geworden" erinnert er sich.

Diesmal zeigten sich die Vorzeichen zunächst nicht gut. Am Freitag standen Trainingsläufe an. Nachdem der erste Turn zufriedenstellend verlief, machte der zweite Start den Rest des Tages zunichte. "Nach wenigen Runden bin ich in einer Kurve bei 110 km/h gestürzt. Das Vorderrad war wegen zu viel Shattering weggerutscht" fasst er zusammen. Die anschließenden Reparaturarbeiten brachten die Mechaniker ins Schwitzen. An Training war nicht mehr zu denken. "Sagen wir mal so, die Nacht war kurz" berichtet Trainer und Mentor Dirk Heidolf vom Wiederaufbau des Bikes bis drei Uhr nachts.

Im nachfolgenden Qualifikationslauf am Samstag musste Phillip zunächst einen neuen Motor einfahren. "Da muss ich bestimmte Drehzahlbereiche einhalten und konnte so keine schnelle Runde setzen." Glück im Unglück: Da die Zeitnahme im gesamten Feld nicht funktionierte, konnte sich auch die Konkurrenz nicht absetzen. So blieb noch ein Versuch, einen guten Startplatz zu ergattern. "Es lief nur mittelprächtig. Platz 9 von 16 Startern ist für mich ungewohnt. Da hatte ich richtig Angst, dass ich den Platz nicht finde" scherzt er.

Der Rennsonntag begann versöhnlich mit einem guten WarmUp. Der 13-jährige fuhr die zweitbeste Zeit des Feldes. "Dafür hab ich im ersten Rennen den Start versemmelt und kam als Vorletzter in die erste Kurve" schüttelt er über sich selbst den Kopf. Nach einer Runde lag er dafür schon auf Platz 4. "Und dann ging vor der Box einfach der Motor aus. Ich wollte es gar nicht glauben" ist er entsetzt. Nach einem kurzen Schrauber-Stopp in der Box konnte er - mittlerweile überrundet - das Rennen wieder aufnehmen. Die Konkurrenz konnte er einholen und wiederum überrunden, so kam er schließlich noch als 12. ins Ziel. "Das hat mich wahrscheinlich den dritten Platz in der Meisterschaft gekostet."

Dafür nutzte er sein letztes Hawkers-Rennen für seine persönliche Wiedergutmachung. "In der ersten Kurve war ich auf Platz 10, bei der ersten Zieldurchfahrt auf 1. Ich konnte in einer Runde alle anderen überholen" ist er stolz. Es folgten viele Rennrunden mit Überholmanövern der Jungen: "Ein ewiges Hin und Her. Ich war so froh, als die letzte Runde angezeigt wurde." Die beiden letzten und entscheidenden Kurven setzte er sich mit mutigem Bremsverhalten durch. "Der Sieg hat richtig gut getan" jubelt er über den letzten Pokal des Jahres. "Gerade mal 6 von 12 Rennen liefen dieses Jahr ohne Sturz oder technische Probleme. Dafür ist der 4. Platz im Cup schon toll."

Nun freut er sich auf die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Viel Training steht im Winter an, bevor es 2019 im Red Bull Rookies Cup auf die internationale Rennbühne geht. Dabei sind Fitness- und auch Fahrtraining wichtig. "Bis Weihnachten werden wir noch mindestens dreimal in Spanien testen gehen. Und mit den Ergebnissen in Deutschland weiterarbeiten" rechnet Dirk Heidolf die anstehende Arbeit vor. Ob neben dem Rookies Cup noch eine weitere Rennserie in Phillips Programm genommen wird, ist dabei noch völlig offen. "Mal schauen, was sich anbietet und auch terminlich machbar ist."

Hier findet ihr den Endstand in der Meisterschaft nach 12 Rennen:
https://hawkersmotorsports.com/riders-cup/clasificacion/