Die ersten 4 Punkte

Rennbericht RedBull MotoGP Rookies Cup 03: 29./30.06.2019 //TT Circuit Assen

„Wir hatten nicht erwartet, dass es doch so schnell zu Meisterschaftspunkten kommt“, freut sich Phillip Tonn nach seinem dritten Rennen im RedBull Rookies Cup. Die vergangenen Veranstaltungen in Jerez und Mugello hatten dem 13-jährigen Neukirchner gezeigt, wie rau der Wind im Profisport weht. Umso erfreuter schoss er am Samstag im holländischen Assen als 12. über die Ziellinie. „Schon die Trainingsläufe waren relativ okay, dafür, dass ich zum ersten Mal auf der Strecke war. Die Strecke ist schwierig, hat anspruchsvolle Schikanen und enge Stellen.“

Die Qualifikationsläufe waren von technischen Problemen gebremst. „Von den ca. 16 Runden konnte ich grad mal 10 fahren“, lief ihm die Zeit davon. Nach der Qualifikation stand Startplatz 20 fest. „Das war schon besser als bei den letzten Veranstaltungen, ich stand weiter vorn als sonst.“

er Rennlauf am Samstag nachmittag war dann geprägt von vielen Stürzen im Feld. „Es war wahnsinnig anstrengend. Auch, weil es so irre heiß war. Da wird das Rennen auch zur Konditionsfrage.“ Genau die hatte er in den letzten Wochen gezielt trainiert, das zahlte sich am Ende des Rennens aus. „Als mein Trainer mir die Platzierungen anzeigte, hab ich nochmal richtig Schwung gekriegt. Die Manöver liefen gut, ich hatte eine starke Gruppe um mich herum.“ Im Ziel war ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut, weil durch meine Größe und Gewicht keiner mit solchen Ergebnissen rechnet.“ Noch immer ist der Schüler der kleinste und leichteste im Fahrerfeld.
Mit vier Meisterschaftspunkten reiht er sich auf Platz 21 der Gesamtwertung ein.

Der zweite Wertungslauf am Sonntag ließ Tonn dann nur von Punkten träumen. „Ich hatte schon gehofft, das wiederholen zu können, wusste aber auch, was passiert, das passiert. Das Rennen war nicht die beste Leistung von mir. Und die ständigen Zweikämpfe mit Tyler Scott (USA) und Noah Dettwiler (Schweiz) haben zu viel Zeit gekostet.“ Kurz vorm Ziel wurde er noch geschnappt und erreichte nur Platz 20. „Naja, nicht schön, aber nicht zu ändern.“

Nur ein paar Tage Pause bleiben nun bis zum Höhepunkt seines Red Bull Rookies-Jahres. Am Wochenende startet Phillip im Rahmenprogramm des MotoGP auf dem Sachsenring. „Ich freu mich schon dolle darauf. Die Strecke kann ich gut, hier konnte ich schon trainieren. Ist schließlich meine Heimstrecke.“ Dazu hat sich viel Besuch von Freunden und Bekannten angesagt. „Wenn alle die Daumen vor Ort drücken, kann ja nichts schiefgehen“, zwinkert er unterm Helm.

Text: Anja Meyer, Fotos: Karl Fritz Glänzel / Racepixs

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